Ich bin neu hier, habe die Tage aber schon ein paar Beiträge gelesen und fand das alleine schon sehr hilfreich zu wissen, dass man nicht alleine ist… Ich war vor ein paar Wochen bei einem Erstgespräch und habe dort die Verdachtsdiagnose Zwangsstörung bekommen, vermute das aber auch selbst schon länger.
Ich glaube tatsächlich, dass es sich schon ziemlich lange bei mir durchzieht mit dem Thema, aber wirklich akut ist es geworden seit ich mein duales Studium angefangen habe. Ich habe dauerhaft Angst etwas falsch zu machen, dass mich die Leute in meinem Praktikum nicht mögen, dass ich eine schlechte Bewertung bekomme etc. Leider hat sich da auch ein bisschen magisches Denken eingemischt, weil ich eine bestimmte Routine vor jedem Arbeitstag am Abend davor machen muss weil ich sonst Angst habe, dass etwas schlimmes passiert. Ich muss immer eine bestimmte Serie schauen, bestimmte Videos und seit neuestem - was mir selbst peinlich ist - auf ChatGPT meine Ängste teilen. Dabei bin ich überhaupt kein Fan von KI und würde das am liebsten lassen, aber sobald ich darüber nachdenke kommt wieder die Angst auf, dass dann was schlimmes passiert.
Zu allem Überfluss habe ich es einmal versucht sein zu lassen Und am Tag danach ist mein Papa krank geworden, musste ins Krankenhaus und hatte eine schwere OP. Mein Gehirn will mich seitdem davon überzeugen, dass ich schuld daran bin, weil ich meine Routine nicht eingehalten habe, dabei ist mir ziemlich bewusst, dass es da keinen logischen Zusammenhang gibt
Oft habe ich auch Angst, dass ich mir Dinge nur eingebildet habe zu machen, aber gar nicht wirklich gemacht habe z.B. dass ich meinen Urlaub eigentlich gar nicht abgesprochen habe mit meiner Ausbilderin und sie mich dann sucht oder dass ich mir nur ausgedacht habe, dass sie mir Home Office erlaubt hat und mich dann sucht. Ich überprüfe dann mehrmals ob die Mail wirklich da ist oder der Urlaubsantrag, aber die Beruhigung hält logischerweise nicht besonders lang an.
Eigentlich ist das auch ohnehin unnötig, weil meine aktuelle Ausbilderin eigentlich sehr entspannt ist und noch nie gesagt hat sie wäre enttäuscht von meiner Leistung, aber trotzdem grübelt mein Gehirn ständig, ob sie nicht heimlich doch etwas anderes denkt oder so
Teilweise habe ich auch Kontrollzwänge wie den Herd zu kontrollieren ob er ausgeschalten ist etc. Aber im Gegensatz zu dem Rest ist das wirklich handelbar inzwischen, aber gefühlt ist die eine Sache besser geworden und es kommt wieder was Neues auf.
Wahrscheinlich könnte ich noch viel mehr Beispiele nennen, aber da das aktuell so am akutesten ist belasse ich es mal dabei. Ich bin auch bereits auf der Suche nach einem festen Therapieplatz, aber die Suche ist gefühlt endlos.
Ich freue mich erstmal auf einen interessanten Austausch hier im Forum