Ich stehe unter Dauer-Zwangs-Gedanken

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Zwangskastriert
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Registriert: Do 10. Aug 2023, 12:36

Ich stehe unter Dauer-Zwangs-Gedanken

Beitrag von Zwangskastriert »

Hallo ihr lieben!

Ich heiße Dominik (bin 32) aus Hessen.
Ich habe eine lange Krankheitszeit durchgestanden.
Ich bin 2011 freiwillig in die Psychiartrie gegangen, weil es mir damals echt nicht gut ging.
Dann fing das Dilemma mit den Tabletten an.
Ich musste 4 Monate in der Klinik bleiben. Bis ich dann ins Heim musste, in dem ich 6 Jahre war.
Dass ich danach noch mal 4 Jahre abgemeldet bin vom eigentlichen Leben , macht mich immer trauriger.

Ich lebe seit 2019 im Betreuten Wohnen, eine andere Form der Betreuung.
Ich bin seit 2014 gesetzlich eingeschränkt durch einen gesetzlichen Vertreter.
Der hat mir meine Eigenständigkeit abgenommen, verwaltet alles für mich.
Ich stehe unter Zwangsgedanken, was in meinem Leben passieren soll.
Ich kriege keinen Klaren Gedanken mehr.

Ich will anders leben, dass ich nicht mehr ins Heim zurück muss.
Die Vergangenheit lastet auf mir.
Mich nerven meine Gedanken, die mir ständig vorgaukeln, ich muss im Alter wieder ins Heim.

Im Grunde genommen ist das Ganze Leben ein einziger Fremdheitszwang.
Die Gerichte entscheiden über dein Wohl, deine Eigene Persönlichkeit.
Geiles Deutschland.
Mich zwingt das Denken, dass ich wenn das mit der Wohnung nicht läuft, mein Betreuer mich ins Heim wieder steckt.

Eigentlich will ich endlich losleben, mich verwirklichen, selbst leben und nicht dauernd pharmazeutisch betreut und vernebelt werden.
Ich habe den Wunsch, mein Leben selbst zu entscheiden und mich nicht mehr zu verstecken.
Mein Leben wirkt wie erblindet und ermüdet durch jahrelange Tabletteneinnahme.

Ich hoffe, dass meine Gedanken sich wieder beruhigen.
Meine Stimmung wechselt im Moment oft.
Weil die Angst immer stärker wird, was passieren wird.

In den 4 Jahren in denen Ich im Betreuten Wohnen lebe, hatte ich nie Besuch von Externen Leuten.
Immer nur Familie und Pfleger.

Das stört mich auch so dermaßen.

Kann ich daran irgendwas SELBER ändern?

Ich sehe kaum Eine Möglichkeit, was zu ändern.

Da mein Leben wo anders verwaltet wird als von mir ausgehend.

Das nervt einfach nur.

Aber wenn das Gericht sagt, ich brauche Unterstützung, verschwende ich halt meine Zeit.

Mfg
Zwangskastriert
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michael_m
Beiträge: 600
Registriert: Di 17. Apr 2018, 20:01

Re: Ich stehe unter Dauer-Zwangs-Gedanken

Beitrag von michael_m »

Das hört sich nicht leicht an... :(

Aber was würdest du konkret ändern wollen? Also erst mal wohl eher in kleinen Schritten gedacht.
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Maik
Beiträge: 5
Registriert: Mo 4. Sep 2023, 12:21

Re: Ich stehe unter Dauer-Zwangs-Gedanken

Beitrag von Maik »

Hallo Dominik ,

es ist hart und sehr traurig was du bis jetzt so durchlebt hast. Du hast geschrieben, du bist seit 2014 durch einen gesetzlichen Vertreter eingeschränkt. Wie ich in deinem Beitrag gelesen habe, hast du aber Kontakt zu deiner Familie. Besteht nicht die Möglichkeit das deine Familie dich gesetzlich vertritt, anstatt eines gesetzlichen Vertreters? Ich glaube, nur allein das wäre schon ein großes Stück Freiheit und ein Schritt in Richtung deines Ziel /Wunsch.

Sicher wirst du auch einen Therapheuten an deiner Seite haben. Mit ihm solltest du dieses Thema mal besprechen.
Ja ich weiß, als Aussenstehender ist es immer sehr leicht gesagt und auch einfach Ratschläge zu geben. Ich selber weiß aber auch wie schwer es ist mit seiner Krankheit umzugehen, sie zu akzeptieren und dann noch die Ratschläge von anderen berücksichtigen.

Du hast etwas geschrieben was mich sehr berührt hat und was ich sehr nachvollziehen kann.

Eigentlich will ich endlich losleben, mich verwirklichen, selbst leben und nicht dauernd pharmazeutisch betreut und vernebelt werden.
Ich habe den Wunsch, mein Leben selbst zu entscheiden und mich nicht mehr zu verstecken.
Mein Leben wirkt wie erblindet und ermüdet durch jahrelange Tabletteneinnahme.


Ich wünsche Dir von ganzem Herzen ganz viel Kraft und Mut.
Der Glaube an sich selbst kann oftmals Dinge verändern. Gebe dich nicht auf .

Maik
Peter Pan

Re: Ich stehe unter Dauer-Zwangs-Gedanken

Beitrag von Peter Pan »

Hallo Dominik

Mein aufrichtiges Mitgefühl.

Auch wenn ich diese Situatian nicht kenne, versuche ich mich einzufühlen. Echt hart!!

hast Du eine Therapeutin, die Dich in Deiner Motivation der angestrebten Selbstständigkeit unterstützen könnte oder Ärztin (Attest) oder ärztliche Psychotherapeut:in, Psychater:in gegenüber der gesetzlichen Betreuung? Oder die gesetztliche Betreuerin zu beauftragen (ggfs mit ärztlicher Unterstützung) mehr Deine Selbstständigkeit in Teilbereichen zu erweitern, zu ergänzen? Oder eine Reha zu beantragen und dort vor Ort diese Thematik zu erötern und zu erarbeiten? Im Hinblick auf Deine Ver-Änderungswünsche im häuslichen Bereich. :thumbup:

Kleine Schritte sind auch Schritte !!



Viele Grüße Paula
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